
Kalt wie die Nacht
Nach dem frühen Tod seiner Frau zieht der ehemalige Polizeikommissar Rolf Larsen, „Wolf“ genannt, aus Oslo in die Telemark. Im kleinen Ort Bø hat er eine Hälfte eines Hauses seiner Frau geerbt. Er will hier als Privatdetektiv neu beginnen, ohne seine quälenden Erinnerungen. Schon am ersten Tag sucht ihn eine Sofie Jacobsen auf, die glaubt, ihr Mann Robert betrüge sie und Wolf beobachtet ihn. Als im Schutz der Dunkelheit ein Besucher über die Terrasse eingelassen wird, schleicht Wolf hinterher. Ohne eingreifen zu können, muss er mit ansehen, wie Robert die Treppe hinunter fällt und stirbt. Wolf ruft die Polizei und verfolgt den Besucher, wird jedoch brutal niedergeschlagen. Sofie möchte, dass Wolf hilft, den Mörder ihres Mannes zu finden.
Die ganze Sache spitzt sich zu, als die kleine Tochter der Schwester Roberts entführt wird. Robert hat etwas besessen, was sein Mörder unbedingt haben will, und Roberts Schwester muss es finden, wenn sie ihre Tochter retten will.
Die junge Journalistin Sanna der örtlichen Zeitung wird darauf angesetzt, „Wolf“ zu interviewen. Sanna hat ein persönliches Problem, sie leidet unter dissoziativer Identitätsstörung, in ihr gibt es drei Personen, die an die Oberfläche dringen, ohne dass Sanna das beeinflussen kann. Während der Gespräche Wolfs mit Sanna wird er Zeuge ihrer Verwandlung, reagiert jedoch so bedacht, dass Sanna Zutrauen zu ihm fasst. Und als Wolf Hilfe braucht, um das entführte Mädchen ohne die örtliche Polizei zu finden, recherchiert sie für ihn und erweist sich als sehr hilfreich…
Es beginnt ein aufreibender Wettlauf mit der Zeit…
Dieser neue Krimi von Bernhard Stäber ist sehr gut lesbar und spannend, die verschiedenen Akteure werden gut beobachtet, das neue Umfeld Wolfs dem Leser nahe gebracht. Wolf kommt als sympathischer Ermittler über, der nicht locker lässt und im Notfall über seine Grenzen geht. Sannas Problematik ist gewöhnungsbedürftig. Jedoch erklärt der Autor im Nachwort, er habe sich mit Fachleuten und gesicherten neurologischen Erkenntnissen auseinander gesetzt, so dass die Symptome authentisch geschildert werden. Man wird in den folgenden Büchern sicherlich mehr darüber erfahren.
Etwas außergewöhnlich, aber durchaus empfehlenswert für jeden Krimi Fan.
Bernhard Stäber, geb. 1967 in München, lebt und arbeitet in der Telemark in Südnorwegen. Er hat schon mehrere Fantasy Romane und Thriller veröffentlicht, unter anderen die Thrillerreihe „Arne Eriksen ermittelt“. „Kalt wie die Nacht“ ist der Beginn einer neuen Serie um die beiden Hauptakteure Wolf und Sanna.
Rezension: Angelika Steinhäuser
Bernhard Stäber
Kalt wie die Nacht
Der norwegische Titel lautet: „Kald som natten“
Bastei Lübbe Verlag, Köln 2025,312 Seiten
ISBN des Taschenbuches: 978-3-404-19618-0
Preis: € 12,00
E-Book: ISBN 978-3-7517-4340-2
