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Bericht von Maren Resse-Winne in den Cuxhavener Nachrichten über die DNF Regionalgruppe Bremen von Freitag, 08.01.2021

 

Julenisse

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Julenisse

 

Ein „Nisse“ (Mehrzahl: „Nisser“) ist ein Wichtel, der im norwegischen Volksglauben eine wichtige Rolle spielt. Gewöhnlich ist er ein alter Mann mit einem weißen Bart „etwa so groß wie ein Pferdekopf“ und trägt eine rote Mütze. Der Name ist eine Ableitung des Namen Niels, der dänischen Bezeichnung für Nikolaus. Früher wurde der Nisse auch „lille Niels“, „Niels Gårdbo“, „Gårdbo“, „Gårdbukken“ oder „Puge“ genannt.

Der Weihnachtswichtel (Julenisse) ist ein Wichtel von besonders großem Wuchs. Am Weihnachtsabend ist er es, der die Geschenke austeilt. Zu Hause ist er auf einem eigenen Hof, wo er auch seine Werkstatt hat.

Jetzt, da Weihnachten vorüber ist, kann sich der Julenisse ein Jahr Auszeit gönnen. Seine Verwandten aber sind das ganze Jahr in Norwegen aktiv – und seine Verwandtschaft ist groß:

Der Waldwichtel (Skogsnisse)
Er lebt für gewöhnlich in einem Loch im Baumstamm oder unter einer Wurzel. Das Haus im Baum selbst besteht zumeist aus drei Etagen. Es gibt einen Kamin, eine Küche und ein Wohnzimmer. Im Herbst sammelt der Waldwichtel Nüsse und Früchte, hat aber auch einen kleinen Kräutergarten direkt am Haus. Im Winter liebt es Ski und Schlittschuh zu fahren.

Der Hauswichtel (Husnisse)
Sie wohnen unter dem Dach und schlafen in alten Schuhen oder Wollhandschuhen und sind stets zu Unfug und Schabernack aufgelegt, rutschen das Treppengeländer herunter, spielen Verstecken oder klettern auf den Wohnzimmerpflanzen herum. Meist sind sie unsichtbar, zeigen sich aber zuweilen an dunklen Winterabenden. Sie lieben unaufgeräumte Dachböden.

Der Kirchenwichtel (Kirkenisse)
Früher gab es von ihnen viele, heutzutage bewohnen jedoch nur noch wenige die Kirchen des Landes. Sie wohnen entweder in einem Loch auf der linken Seite des Eingangs oder im Turm. Sie schlafen oft in den Holzschuhen des Glöckners. Jeden Samstag wischen sie Staub, waschen den Boden und entfernen Spinnweben. Auch verscheuchen sie Mäuse und Nager. Sonntags sitzen am Eingang, wenn die Kirchgänger eintreten.

Der Scheunenwichtel (Fjøsnisse)
Die Scheunenwichtel kommen am häufigsten vor. Sie wohnen im Stall. Früher gab es Scheunenwichtel auf jedem Hof, die ab und zu mit den Menschen in Kontakt traten.
Sie halfen auf dem Hof, passten auf, dass die Kühe genug zu essen hatten und gut Milch gaben. Sie gaben den Pferden Heu und passten auf Schweine und Ziegen auf.
Heutzutage gibt es nicht mehr so viele Ställe mit Tieren. Da wurde es den Scheunenwichteln zu kalt und sie zogen fort.
Viele von ihnen wohnen dieser Tage aber in verlassenen Gehöften und betreiben ihren eigenen Hof.

 

 

 

Wetterstation

 

Beim letzten Rekord für ein wärmstes Jahr in Norwegen im Jahr 2014 lag laut Meteorologischem Institut die Durchschnittstemperatur im Land 2,2° über normal.
So wie es aussieht, schlägt das Jahr 2020 dieses Ergebnis noch einmal um 0,2°.

Rekorde so kurz hintereinander sind ungewöhnlich; üblicherweise kommen sie etwa alle hundert Jahre vor.
Selbst wenn dieses Rekordjahr nicht unbedingt auf den Klimawandel zurückzuführen sein sollte, werden solche Wärmerekorde jetzt häufiger vorkommen; für Kälterekorde gilt das Gegenteil: Die Tendenz das Jahr über geht zu wärmeren Wintern und kälteren Sommern; am größten werden die Änderungen im Winter sein.

Hier einige herausragende Phänomene des Jahres 2020:
Am 2. Januar hatte es in Sunndalsøra 19°, und der Januar endete als der zweitwärmste jemals in Norwegen gemessene Januar.
Die Monate Dezember (2019), Januar und Februar zusammen genommen waren 4,5° wärmer als normal. Der Winter war damit der mildeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1900.
Mai und Juni endeten kälter als normal, der August war sehr niederschlagsreich mit mehreren Starkregen-Ereignissen.
Der November zeichnet sich als der wärmste aus, den es je gab.

Die Temperaturen im Jahr 2020 im Verhältnis zum langjährigen Mittel
(Durchschnitt der Jahre 1961-1990):
Januar +6,1°
Februar +4,0°
März +2,4°
April +1,2°
Mai -1,1°
Juni +3,2°
Juli -0,6°
August +1,4°
September +1,7°
Oktober +1,5°
November +4,6°

Für Dezember liegen noch keine abschließenden Messergebnisse vor. In Oslo war er jedenfalls stark geprägt von Plusgeraden und Regen: wiederum ein neuer Rekord mit fast 150 mm Niederschlag (der „alte“ Rekord mit fast 144 mm war 61 Jahre alt)!
Für die Zukunft sagen Meteorologen kürzere und mildere Winter mit weniger Schneetagen voraus. Im Sommer können auch Hitzewellen kommen, und es wird nasser. Die Folgen können kräftiger Niederschläge, aber auch Trockenperioden, sein.

 

 

 

20 Jahre Norwegisch-Deutsche Willy-Brandt-Stiftung

 

Genau zwanzig Jahre ist es her, dass sich die beiden befreundeten Politiker, der ehemalige norwegische Außenminister Thorvald Stoltenberg und der einstige deutsche Bundesminister Egon Bahr, zusammenschlossen und gemeinsam mit weiteren Persönlichkeiten die Norwegisch-Deutsche Willy-Brandt-Stiftung ins Leben riefen. Es ging um die Vertiefung der Beziehungen zwischen beiden Ländern, die Förderung des Austauschs und die Begegnung der Menschen.

Aus diesem Grund hat die Norwegisch-Deutsche Willy-Brandt-Stiftung ein Jubiläumsvideo produzieren lassen. Dieses können Sie über den Link auf YouTube ansehen.

Das Jubiläumsvideo auf Youtube...

Hier geht es zur Website der Norwegisch-Deutschen Willy-Brandt-Stiftung

 

 

 

Weihnachtliche Stadt

 

Die überlieferten Traditionen zu Weihnachten mögen vor Ort zu Ort variieren, aber bestimmte Riten sind über das ganze Land verbreitet:

Die Vorbereitungen und die weihnachtlichen Einkäufe beginnen bereits Ende November:
In den Städten gehen die Lichter an zentral aufgestellten Weihnachtsbäumen und die weihnachtliche Beleuchtung der Straßen an. Es gibt extra Weihnachtskonzerte, Weihnachtstheater und Weihnachtsmärkte. Betriebe, Vereine und Freundesgruppen treffen sich zum „Julebord“ – einem reichhaltigen Buffet, bei dem weniger das Essen als das (Alkohol) Trinken im Vordergrund steht.
Im Haus wird allerlei Weihnachtschmuck verteilt: Kränze, Engel, Sterne, Herzen, Nisser“ (Wichtel mit einer roten Mütze) und vieles mehr. Traditionell werden sieben verschiedene Arten von Plätzchen gebacken.

Am 23. Dezember ist „Lille Juleaften“: Das Haus muss spätestens jetzt geputzt sein (nach anderen Traditionen bereits zu Lucia am 13. Dezember). In der Familie wird gemeinsam der Weihnachtsbaum geschmückt, nicht zuletzt mit Girlanden norwegischer Fähnchen, Lebkuchenhäuser werden gebastelt. An diesem (oder am nächsten) Tag gibt es Reisbrei mit einer darin versteckten Mandel; wer die Mandel findet, gewinnt ein Marzipanschweinchen.

Der Weihnachtsabend am 24. Dezember ist der Höhepunkt der Weihnachtsfeierlichkeiten.
Um 17.00 Uhr läuten die Glocken das Fest ein.
Bis dahin wird eine kleine Schüssel Hafergrütze (traditionell) oder Reisbrei (modern) für den „nisse“ (er soll das Haus behüten) in die Scheune gestellt, für die Vögel im Freien ein Bund Hafer an den Zaun gebunden.
Die Geschenke liegen dann bereits unter dem Baum. Nach alter Tradition traf sich die Familie zum feierlichen Essen: oft Schweinerippchen oder Fårikål, aber auch Lutefisk, Dorsch oder Truthahn; heutzutage wird scherzhaft Pizza Grandiosa als das am weitesten verbreitete Weihnachtsessen genannt. Getrunken wird speziell für diesen Anlass gebrautes Weihnachtsbier.
Danach werden die Geschenke ausgepackt, Weihnachtslieder* gesungen und dabei wird um den Weihnachtsbaum getanzt.

Die Tage zwischen dem 24. und 31. Dezember („Romjulen“) verbringt man entweder mit der Verwandtschaft oder, ab dem 27. Dezember in den Geschäften in der Stadt, nicht zuletzt um die unpassenden Weihnachtsgeschenke umzutauschen. Manche Kindertagesstätten und
Schulen bieten für die Kinder extra Feiern an.

* Hier ein Link zum wohl bekanntesten Weihnachtslied in Skandinavien:

 

 

 

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Bremen, den 12.November 2020

Erinnerungen am Gedenkstein nach 300 Jahren:

Der norwegisch-dänische Seeheld Peter Wessel Tordenskiold stirbt in Gleidingen bei Hannover.

Aus diesem Anlass gab es zum Todestag eine kleine Veranstaltung am Gedenkstein mit kurzen Ansprachen des Laatzener Bürgermeisters Jürgen Köhne, der Ortsbürgermeisterin Silke Rehmert, dem Vorsitzenden der Deutsch-Norwegischen Freundschaftsgesellschaft (DNF)

Prof. Dr. Peter von Rüden und Bernd Fitze-Frank, DNF-Vorstandsmitglied und Leiter der DNF-Regionalgruppe Hannover.

Wer war dieser Tordenskiold, dessen Konterfei Streichholzschachteln und Briefmarken ziert und dessen Statue im Hafen von Oslo steht? Als Peter Jansen Wessel wird er 1690 im norwegischen Trondheim als 10. Kind eines Ratsherrn geboren. Er verlässt die Stadt auf einem Schiff in Richtung Kopenhagen, der Hauptstadt der dänisch-norwegischen Monarchie. Dort macht er Karriere in der königlichen Marine:
1711 wird er mit 21 Jahren Leutnant und schon kurz danach bekommt er sein erstes Kommando auf einer Schaluppe, einem kleinen, kutterähnlichen Boot.

Wie die Herzogtümer Bremen und Verden Teil des Kurfürstentums Hannover wurden

Dänemark-Norwegen befindet sich mal wieder im Krieg mit seinem Nachbarn Schweden. Der große Nordische Krieg, wie er in späteren Geschichtsbüchern genannt wird, tobt seit 1700 in ganz Nordeuropa. 1711, als unser Seeheld Tordenskiold seine ersten Feindberührungen entlang der schwedischen Küste hatte, ist Schwedens König Karl XII nach einem verlorenen Feldzug gegen Russland im Exil im Osmanischen Reich. Der große Krieg war zu einem Kleinkrieg geworden. Schweden bangt um seine deutschen Territorien, die Herzogtümer Bremen und Verden um Wismar, Strahlsund und Pommern. Noch heißt der junge Mann Peter Wessel, er kommandiert ab 1712 eine Fregatte mit 20 Kanonen und soll auf der Ostsee die Verbindungen zwischen Schweden und seinen deutschen Besitzungen unterbrechen. Dabei erwirbt er sich den Ruf eines wagemutigen Draufgängers, sein Lohn, die Beförderung zum Kapitän durch den norwegisch-dänischen König Friedrich IV. Als Schwedenkönig Karl XII 1715 aus der Türkei zurück in Schweden ist, beginnt die letzte, heiße Phase des Kriegs im norwegisch-schwedischen Grenzgebiet bei Halden und Fredrikstad. Unter dem Kommando von Peter Wessel wird 1716 die schwedische Versorgungsflotte während der Belagerung der norwegischen Festung Frederikshald vernichtet und ein Jahr später große Teile der schwedischen Flotte vor Göteborg. Karl XII stirbt 1718 vor Frederikshald, der Krieg ist beendet. Die Zeit, in der die Ostsee ein schwedisches Meer war, ist vorbei. Russland ist Großmacht, St. Petersburg gegründet, dänische Truppen ziehen in die Herzogtümer Verden und Bremen ein. Der dänisch-norwegische König ist wieder unangefochten Herzog von Schleswig und Holstein, aber auch Kurhannover, in der letzten Kriegsphase Verbündeter der Allianz gegen Schweden, gehört zu den Siegern. Als 1714 der Kurfürst von Hannover als Georg I König von England und Schottland wird, verlangt er auch ein Stück aus der Kriegsbeute. Bereits 1715 werden die Herzogtümer Bremen und Verden Teil des Kurfürstentums Hannover. Tordenskiolds Siege waren auch ein Beitrag in dieser historischen Entwicklung.