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Eine Reihe vom Messstationen im hohem Norden hatte im letzten Winter Durchschnittstemperaturen, die mehr als 5° höher als bisher normal lagen. Kap Morris Jesup auf Grönland, die nördlichste Wetterstation an Land verzeichnete im Lauf des Februars mehr als 60 Stunden über 0° Lufttemperatur, auf der Karl XII-Insel auf Svalbard wurden im Winter das dritte Jahr hintereinander mehr als 10 Tage Lufttemperaturen über 0° gemessen – die Durchschnittstemperatur von Dezember bis Februar lag bei -0,5°, das sind fast 9° über normal.

(c) Pixabay

Der arktische Winter war zudem geprägt von rekordwenig Meereis und offenen Hafenumgebungen weit in den Norden hinein. Satelittenaufnahmen zeigen einen deutlichen Trend zum Verschwinden des Meereises über mehrere Jahrzehnte, und das hat erhebliche Bedeutung für den Austausch von Wärme und Feuchtigkeit in der Arktis. Das gilt in besonderem Maß für die Barentssee und die Umgebung von Svalbard, wo heuer im März die geringste Meereisdecke seit Beginn der Messungen im Jahr 1967 registriert wurde.

Wenn sich kalte Luftmassen über eisfreies Meer bewegen, wird die Luft aufgewärmt. Die Folge davon auf Spitzbergen: Wo früher eine isolierende Eisdecke lag, tragen jetzt offene Fjorde zu höheren Wintertemperaturen an Land bei. Svalbard ist deshalb unter den Gebieten, die sich am raschesten erwärmen. Während die durchschnittlichen Temperaturen von Dezember bis Februar in Ny-Aalesund in den 1960er Jahren zwischen -19° und -12° lagen, waren es 2018 zwischen -9° und -5°. Die Erwärmung im Norden führt zu immer mehr Niederschlägen, oft im Form von Regen: in Ny-Aalesund waren es im angegebenen Zeitraum 221 mm, davon die Hälfte als Regen – normal sind 99 mm.

Das alles hat große Konsequenzen für Umwelt und Gesellschaft: Die Schneeverhältnisse ändern sich dramatisch, und die Temperatur im Permafrostboden steigt bedeutend. Messungen in Bohrlöchern bis zu 100 m Tiefe zeigen seit Ende der 1990er Jahre einen stetigen Anstieg: in 10 m Tiefe schon um über 2°. Gleichwohl bleibt der Permafrostboden kalt genug, um niedergehenden Regen sofort gefrieren zu lassen und die Landschaft mit einer dicken Eiskappe zu bedecken. Solche Änderungen im Permafrost können zur Instabilität der Erdschichten, Erosion und Erdlawinen beitragen, was sich wiederum auf Natur und Gesellschaft auswirkt. Auswirkungen waren bereits in den letzten Jahren in Longyaerbyen zu spüren: Gesperrte Wege, Schlammlawinen, vereiste Funkantennen und abgesagte Flüge sind nur einige Beispiele dafür.